Aktuelle Meldungen zum Thema IPPC


Holzzentralblatt

http://www.holz-zentralblatt.com/

Ausbreitung der Kiefernholznematode in Brandenburg befürchtet
[01.10.2009]

Das Brandenburger Forstministerium fordert Waldbesitzer zu erhöhter Wachsamkeit beim plötzlichen Absterben von Kiefern auf, da man davon ausgeht, dass sich in absehbarer Zeit die gefährliche Kiefernholznematode (Bursaphelenchus xylophilus) in den für sie idealen Wäldern des Bundeslande ansiedeln wird. Besonderes Augenmerk sollte bei der Überwachung auf absterbende Kiefern in der Nähe von Holzumschlagplätzen, Palettenlagern und Sägewerken sowie auf Kiefern von Waldbrand- oder Sturmschadensflächen gerichtet werden, in denen sich Bockkäfer vermehrt haben sowie Kiefern, die aus ungeklärter Ursache innerhalb kurzer Zeit absterben. Kiefern mit auffälligen Schadsymptomen wie schnellem Absterben, massiven Nadelverbräunungen, welken Stellen oder intensivem Harzfluss müssten sofort gefällt werden. Zum Nachweis sollten Holzproben für Laboruntersuchungen eingesandt werden.
 

Land Brandenburg

http://www.mluv.brandenburg.de/cms/detail.php/5lbm1.c.122932.de

Kiefernholznematoden im Verpackungsholz, Holzprodukten und Koniferen aus Portugal
( 31.03.2009 )

Frankfurt (Oder) – Der Pflanzenschutzdienst des Landesamtes für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LVLF) informierte bereits im September 2008 zum Kiefernholznematoden in Verpackungsholz aus Portugal und wies auf die Dringlichkeit sofortiger Kontrollen hin. Nun bittet der Pflanzenschutzdienst des LVLF nochmals um Unterstützung durch Informationen und bei der Durchführung von Kontrollen und Probenahmen. Angesprochen werden die Unternehmen und Speditionen mit Handelskontakten zu Portugal, Händler portugiesischer Produkte sowie IHK und Wirtschaftsunternehmen mit Kenntnissen über Handelsbeziehungen zu Portugal.

Der Kiefernholznematode ist ein Holzschädling, der befallene Kiefern innerhalb weniger Monate zum Absterben bringen kann. Der Nachweis ist nur durch eine Laboruntersuchung möglich. Etabliert sich der Kiefernholznematode in den heimischen Wäldern, sind direkte Verluste durch Absterben und Nutzungseinschränkungen von Kiefern- und anderen Nadelholzbeständen die Folge. Der Kiefernholznematode wird direkt oder mittels eines Vektors über Nadelholzprodukte und –pflanzen sowie über Verpackungsholz von Warensendungen (Paletten, Kisten, Stauholz) übertragen. Sendungen mit den genannten Warenarten aus Portugal müssen deshalb intensiv durch den Pflanzenschutzdienst des LVLF kontrolliert und labordiagnostisch untersucht werden. Trotz Einschränkungs- und Ausrottungsmaßnahmen breitete sich der Schädling in Portugal rasant weiter aus. In den vergangenen Monaten wurden in mehreren EG-Mitgliedsstaaten lebende Kiefernholznematoden in Verpackungsholz beziehungsweise Rinde und Holzabfällen mit Herkunft Portugal nachgewiesen. Damit hat eine massive Verschleppung weit über die Grenzen der Befallsgebiete eingesetzt.

Kontakt: Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung, Pflanzengesundheitskontrolle, Telefon: 0335 / 5217-405 oder 608, Fax: 0331 / 27548-3573, E-Mail: Andreas.Korsing@lvlf.brandenburg.de

 

Land Nordrheinwestfalen

http://www.forstschutz.nrw.de/Infomeldungen/Kiefernholznematode/index.php

 

Kiefernholznematode, ein 1 mm kleiner Fadenwurm bedroht heimische Nadelwälder

Kiefernholznematoden
Mikroskopische Aufnahme der ca. 1mm kleinen Kiefernholznematoden
 
Der Kiefernholznematode, Bursaphelenchus xylophilus, ist in Nordamerika und Mexiko beheimatet und kommt in den dort heimischen Kiefernarten weit verbreitet vor. Dort bewirkt ein „Befall“ keinen Schaden, da sich die Kiefern und der Parasit im Laufe der Evolution aneinander angepasst haben. Von Amerika ausgehend, wurde der Nematode vermutlich Anfang des letzten Jahrhunderts nach Japan verschleppt und dort lange Zeit nicht erkannt. Als dann in den 1970’er Jahren bekannt wurde, dass ein winziger, nur ca. 1 mm großer Fadenwurm Verursacher der verheerenden Kiefernwelke war (derzeit jährlich ca. 1 Million m³ Schadholz), welcher ganze Wälder innerhalb weniger Monate letal schädigen konnte, wurde der Schädling weltweit in die Quarantänebestimmungen aufgenommen

Dennoch hat sich der Kiefernholznematode weiter ausgebreitet und richtet heute außer in Japan vor allem in China, Taiwan und Korea und seit 1999 auch in Portugal zum Teil große Schäden an. Das Verbreitungsgebiet innerhalb der EU war vor 10 Jahren auf einen überschaubaren Bereich im Südwesten Portugals beschränkt. Seit 2008 gilt quasi das gesamte portugiesische Festland als Befallsgebiet, wodurch die Pufferzone bereits auf Spanien ausgebreitet werden musste. Die EU-Kommission hat auf die sich dramatisch zugespitzte Situation in Portugal reagiert und den Umgang mit Verpackungsmaterial mit Ursprung Portugal in den Entscheidungen 2008/954/EG vom 15. Dezember 2008, 2009/420/EG vom 28.05.2009 und 2009/462/EG vom 12.06.2009 neu geregelt.

Bis heute konnte dieser Befall in Portugal jedoch weder getilgt noch gestoppt werden. Die Gefahr der Einschleppung dieses Quarantäneschadorganismus nach Deutschland in Rundholz, in Schnittholz und vor allem in Form von Verpackungsholz war noch nie so hoch

 

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